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Vortrag 'EQUAL Meets Bits and Bytes - Learning the E-Lesson'

Am Dienstag fand in Karlsruhe die internationale Konferenz "EQUAL Meets Bits and Bytes - Learning the E-Lesson" statt. EQUAL ist eine Initiative der Europäischen Kommision, und daher waren auch Referenten aus den Niederlanden und Grossbritannien anwesend, sowie ca. 40-50 Teilnehmer. Die Vorträge waren recht interessant - ich habe eine gemeinsame (Freemind-) Mindmap angelegt von den meisten. (Beim Vortrag von Andrew Dean war meine Hardware noch nicht einsatzfähig, aber eine gute Zusammenfassung liefert das Weiterbildungsblog.) Einen Screenshot der ganzen Map ist aufgrund der Größe nicht möglich, aber exemplarisch die Grafik eines Vortrags von Dr. Herbert Müller Philipps Sohn (ja, er heisst wirklich so und kann nichts dafür ;-)) zum Thema "Standardisierung als Mittel zur transnationalen Kooperation im Bereich des Long-Life-Learning", der mir recht gut gefallen hat.

Ein paar Sätze, die ich mir im Laufe des Tages notiert habe:

  • Noch wichtiger als bei der Präsenzlehre ist beim Erstellen von E-Learning-Unterlagen eine saubere Quellenangabe. Es wurde der Fall von Spiegel angeführt, die auf einer Jahrgangs-CD-ROM Bilder von Fotografen veröffentlichen wollten, ohne diese nochmals zu entlohnen. Dagegen hatte FreeLens geklagt und recht bekommen.
  • Interessant waren auch die Erfahrungen, die die Referenten in Nebensätzen erwähnten. Z.B. klagten die Chefs bei der EnBW: "Wir haben alle möglichen Weiterbildungsinhalte im Rechner, so viel, schön mit Video und Audio, und keiner nutzt das. Wie bekommen wir mehr Akzeptanz bei den Mitarbeitern?". Dabei haben die PCs der Mitarbeiter nicht mal Soundkarten.
  • Oder ein anderes Beispiel, das nicht unmittelbar mit E-Learning zu tun hat: ein Chef eines Unternehmens nahm an einer Schulung über Datenbank-Programmierung teil. Auf die Frage, was er sich von der Teilnahme verspreche, antwortete dieser: "Ich will sehen, ob es wirklich so viel Aufwand ist, eine Datenbank zu programmieren, oder ob die Coder bei der Aufwandsabschätzung nur Zeit rausschinden wollen".
  • Immer wieder auf solchen Veranstaltungen wird der Wunsch nach einer umfassenden Datenbank geäussert, in der alle E-Learning-Projekte und -Forschungsergebnisse aufgeführt sind. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sammelt angeblich Daten aus Deutschland, aber online fand ich auf die Schnelle nichts Tomas Caspers hat mir inzwischen den direkten Link geschickt.

Spass am Rande: Der Laptop eines Vortragenden aus England lies sich aus irgendeinem Grunde nicht an den Beamer ansschließen. Daher wurde Herr Müller Philipps Sohn gebeten, seinen Laptop zur Verfügung zu stellen. Dieser war von der Idee nicht sonderlich angetan und meinte daher "Frauen, Zahnbürsten und Laptops verleiht man nicht", und mit einem Blick auf mich, die gerade in ihren Laptop hackte: "Das können Sie nicht nachvollziehen, oder?" Und ob ich das kann - ich gebe meinen Laptop auch ungern aus den Händen.

Fazit: Überaus interessante Veranstaltung mit grösstenteils guten Rednern. Man hätte gut Buzzword-Bingo spielen können. Schade, daß ich nicht wusste, daß der Autor vom Weiterbildungsblog auch da war.


Related: Am Montag abend sprach Prof. Peter Henning vom Karlsruher MediaLab im Rahmen des Karlsruher ObjectForums über "Objektorientierung einmal anders: E-Learning Objects für den Mittelstand". Er erläuterte u.a., welche Erfahrungen drei Firmen (SAP, Hugo Boss und Bosch) bereits mit E-Learning gemacht haben.

Die Folien werden den Inhalt durch die Grafiken besser wiedergeben können, daher erstmal nur zwei Sätze - ich verlinke sie, sobald sie online sind. hier sind die Folien als PDF.

  • Der Einsatz von E-Learning wird eines der wesentlichen Kriterien für die Kreditwürdigkeit nach Basel 2 sein. (Commerzbank-Vorstand Andreas de Maizière)
  • 80% des Marktwertes eines modernen Produktes sind Wissenskosten.

6.10.04 | in

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